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Warum scheitern Weingüter? 9 Mio. verlorene Weinkäufer – und was du jetzt tun kannst
Lass uns ehrlich beginnen – nicht mit Optimismus, sondern mit dem, was die Daten tatsächlich zeigen. Der Weinmarkt schrumpft nicht einfach; er wandelt sich so, dass viele Weingüter den Wandel erst spüren, wenn die Kurve schon steil abfällt. In diesem Artikel geht es um harte Z…

Lass uns ehrlich beginnen – nicht mit Optimismus, sondern mit dem, was die Daten tatsächlich zeigen. Der Weinmarkt schrumpft nicht einfach; er wandelt sich so, dass viele Weingüter den Wandel erst spüren, wenn die Kurve schon steil abfällt. In diesem Artikel geht es um harte Zahlen, um Gen Z – und darum, was erfolgreiche Winzer jetzt anders machen als der Durchschnitt.
Der Rückgang kam nicht über Nacht. Er kam leise, Jahrgang um Jahrgang – und wer die letzten Jahre nur auf das eigene Weingut geschaut hat, hat leicht den großen Markt aus den Augen verloren.
1Die Zahlen, die viele Winzer nicht sehen wollen
Im Jahr 2024 brach der deutsche Weinabsatz um 6,6 Prozent im Volumen ein – bei einem Umsatzrückgang von rund 3,6 Prozent, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in seiner Absatzanalyse ausweist. Das klingt nach einem schlechten Jahr; wer die längere Kurve kennt, erkennt darin eher einen Trend als einen Ausreißer.
Der Blick auf die USA ist kein Luxus, sondern ein Frühwarnsignal: Der Markt dort ist dem deutschen strukturell oft einige Jahre voraus, was Konsumgewohnheiten angeht. Zwischen 2023 und 2024 verlor der US-Markt neun Millionen regelmäßige Weintrinker. Das ist kein statistisches Rauschen – es ist ein Zeichen dafür, dass sich ganze Kohorten vom klassischen Wein-Narrativ verabschieden.
Viele Weingüter lesen sinkende Absätze als vorübergehende Schwäche (Inflation, Wetter, einzelner Jahrgang). Verständlich – aber oft falsch. Was wir sehen, ist ein struktureller Wandel im Konsumverhalten, nicht nur ein Konjunkturtief.
Auch der Direktversand, lange die Hoffnung für mehr Unabhängigkeit vom Handel, steht unter Druck: DTC-Weinversandwerte sanken 2025 deutlich gegenüber dem Vorjahr. Kanäle, die früher trugen, verlieren Kraft – während andere Hebel, vor allem Erlebnis und Sichtbarkeit, an Bedeutung gewinnen.
Das Gute: Es gibt Weingüter, die trotzdem wachsen. Was sie anders machen, zerlegen wir in den folgenden Abschnitten.
2Wer trinkt eigentlich noch Wein? Die Generation-Z-Krise
Wenn man die „fehlenden“ Käufer sucht, landet man fast zwangsläufig bei der Generation Z (heute etwa 18–28 Jahre). Sie ist die nächste große Konsumentenkohorte – und sie spielt nach anderen Regeln als die Generationen, auf die viele Weingüter ihre Kommunikation noch trimmen.
Zwischen 2019 und 2025 sank die Zahl der monatlichen Weinkonsumgelegenheiten unter Gen Z um rund 34 Prozent. Wer überhaupt noch Wein trinkt, tut es seltener; wer früher „nebenbei“ mit Wein experimentierte, greift heute häufiger zu anderen Kategorien.
Sie werden nicht automatisch mit 30 „vernünftige“ Weinkäufer
Der Satz „Die kommen schon noch, wenn sie älter sind“ hört man in der Branche oft. Die Daten legen nahe, dass das keine Strategie ist, sondern Wunschdenken: Gen Z konsumiert selektiver, nicht pauschal weniger – und wenn sie trinkt, verteilen sich die Getränkekategorien anders. Das Segment „mal eben Wein dazu“ schrumpft.
„Die werden schon noch Wein trinken“ ist kein Businessplan. Ohne Erlebnis, Story und digitale Auffindbarkeit bleibt es eine Hoffnung – keine Pipeline.
Gesundheit und Preis – zwei Motive, die du ernst nehmen solltest
Gesundheit und Wellness nennen viele junge Konsumenten als zentralen Grund, Alkohol insgesamt zurückzufahren. Parallel wächst das Interesse an alkoholfreien Alternativen und neuen Formaten – der Weinmarkt teilt sich mit RTDs, No- und Low-Alkohol-Getränken und anderen Kategorien.
Preissensibilität ist das zweite große Thema: Wer für eine Flasche tiefer in die Tasche greift, will spürbar mehr als Fermentation in Glas – Geschichte, Kontext, ein Moment, der sich lohnt.
3Das eigentliche Problem: Der Schritt von Produkt zu Erlebnis
Wein war lange ein Produkt mit Qualitätssignalen: Lage, Jahrgang, Bewertung, Handel. Das Modell „guter Wein + Bewertung + Händler = Absatz“ funktioniert für eine schrumpfende Kernzielgruppe noch – für die nächste Generation oft nicht mehr.
„Younger consumers are actively rejecting traditional wine marketing. Scores, awards and technical descriptions no longer drive purchasing decisions the way they once did.“
IWSR & Wine Intelligence Report 2024
Was stattdessen wirkt, ist eine Kombination aus Authentizität, Storytelling und greifbarer Verbindung zum Betrieb – nicht als Buzzword, sondern als Kaufmotiv: Wer sich für ein Weingut entscheidet, kauft oft den Menschen, den Ort und das Erlebnis mit.
Wein als Kontext, nicht nur als Flasche
In der Praxis heißt das: Das stärkste Argument für deinen Wein ist oft nicht die Flasche allein, sondern das Erlebnis drumherum – Kellerführung, Wanderung in den Lagen, Gespräch am Holztisch, Picknick zwischen den Reben.
Daten aus SVB/Lithica (2025) untermauern das ökonomisch: Der durchschnittliche Bestellwert bei erlebnisorientierten Weingut-Besuchern lag bei etwa 178,80 Euro – rund 27,7 Prozent mehr als beim klassischen Direktkauf ohne solchen Kontext.
Warum Bewertungspunkte an Macht verlieren
Parker-Punkte, Medaillen, klassische Prestige-Signale – sie erreichen noch eine loyalere, oft ältere Zielgruppe. Darunter gewinnt die Frage an Gewicht: Wer steckt dahinter? Warum soll mich das interessieren? Was erlebe ich bei euch?
- Zeige Alltag und Menschen auf dem Gut – echt, nicht nur Studio.
- Erkläre Boden, Lage, Familie – verständlich, nicht nur Technikblatt.
- Biete Formate, in denen Gäste Herkunft spüren (Probe, Wanderung, Ernte).
- Lass Besucher die Geschichte erleben, nicht nur auf der Website lesen.
- Nicht ausschließlich auf Auszeichnungen und Punktzahlen setzen.
- Nicht nur über analytische Weinbeschreibungen kommunizieren.
Du willst die vollständigen Branchendaten für 2025/2026? Unser kostenloser Report fasst Zahlen, Trends und Handlungsschritte für deutsche Weingüter zusammen.
Branchenreport lesen4Das digitale Schutzschild – warum viele Weingüter unvorbereitet sind
Wenn du denkst: „Ich bin Winzer, kein Performance-Marketer“ – bist du in guter Gesellschaft. Genau dort liegt das Risiko: Während sich Käuferverhalten verschiebt, bleibt die digitale Infrastruktur vieler Betriebe auf dem Stand von vor zehn Jahren.
Der ProWein Business Report 2024 (Hochschule Geisenheim) zeigt: Nur rund 15 Prozent der Weinbetriebe planten, bis 2025 in digitale Marketinglösungen zu investieren – während ein großer Teil der Befragten zugibt, digitalen Nachholbedarf zu haben.
Was „digital“ im Weingut-Kontext heißt
Es geht nicht primär darum, „irgendwie online“ zu sein. Es geht darum, ob jemand um 22 Uhr auf dem Sofa dein Weingut findet, versteht und in wenigen Minuten einen Slot buchen kann – ohne Telefonkette, ohne Rückruf nach dem Wochenende, ohne PDF-Formular-Friedhof.
Wenn der Weg zur Buchung Reibung hat, verlierst du Kunden, die du nie als verloren wahrnimmst: Sie buchen woanders oder machen gar nichts.
| Kanal / Verhalten | Früher | Heute |
|---|---|---|
| Buchung | Telefon, Messe, spontan vor Ort | Online, mobil, klarer Slot, 24/7 |
| Entdeckung | Mundpropaganda, Handel, Print | Suche, Social, Erlebnisplattformen |
| Vertrauen | Punkte, Medaillen allein | Authentische Inhalte, echte Stories |
| Bindung | Listen im Ordner | E-Mail, CRM, automatisierte Follow-ups |
| Sichtbarkeit | Öffnungszeiten der Vinothek | Karte, buchbare Events, klare Angebote |
Das digitale Defizit ist oft kein Technologie-, sondern ein Zeitproblem: Keller, Weinberg, Verwaltung fressen den Tag. Trotzdem kostet fehlende Digitalisierung täglich Reichweite und Umsatz – weil der Kunde den schnellsten, verlässlichsten Weg nimmt.
Die gute Nachricht: Weil die Latte in der Branche noch niedrig liegt, bringen wenige, konsequente Schritte oft unverhältnismäßig viel – ein buchbares Erlebnis und eine saubere Event-Seite sind ein starker Start.
5Was die erfolgreichen Weingüter anders machen
Die Betriebe, die 2025/2026 wachsen oder stabil bleiben, haben gemeinsam: Sie behandeln Erlebnis nicht als „Marketing-Add-on“, sondern als Vertriebssäule – und sie machen es einfach, bei ihnen Ja zu sagen.
Im Funzeln-Branchenreport zeigt sich ein drastisches Muster: Weingüter mit erlebnisorientierten, digital buchbaren Angeboten verzeichnen bis zu 650 Prozent mehr Buchungen als vergleichbare Betriebe ohne dieses Setup – abhängig von Region, Saison und Angebot (Details und Methodik im Report).
Authentisches Erlebnis + digitale Buchbarkeit = messbares Wachstum. Nicht als Zauberformel – sondern als wiederholbare Pipeline von Entdeckung → Buchung → Besuch → Folgekauf.
Schritt für Schritt: Erlebnis als System
Formate definieren
Was zieht Menschen zuverlässig zu dir? Abendprobe, Wanderung, Kellerführung, Ernte-Event – starte mit einem starken Format.
Kapazität & Slots
Festgelegte Zeiten und klare Gruppengrößen reduzieren Chaos und erhöhen die Buchbereitschaft online.
Online buchbar machen
Was nicht buchbar ist, existiert für viele Suchende nicht. Hier lohnt sich eine Plattform, die Zahlung und Kommunikation mitdenkt.
Geschichte erzählen
Vorher, nachher, drumherum: Warum dein Ort besonders ist – in kurzen, ehrlichen Formaten statt einmal im Jahr Werbebroschüre.
Folgekauf ermöglichen
Begeisterte Besucher kaufen Wein – wenn du es einfach machst: Mitnahme, Box, Abo, erneuter Besuch.
Kommunikation, die funktioniert
- Persönlichkeit: Wer bist du – wirklich – und warum machst du das?
- Hinter die Kulissen: Arbeit, Wetter, Entscheidungen – das schafft Nähe.
- Erlebnisse bewerben: „Komm vorbei“ schlägt „Kauf jetzt“ für neue Zielgruppen.
- Gäste als Botschafter: echte Fotos, echte Reviews, echte Stories.
- Kontinuität: lieber regelmäßig ehrlich als einmal perfekt und dann Monate Funkstille.
Du willst sehen, wie andere Betriebe das umsetzen? Stöbere in buchbaren Erlebnissen auf Funzeln – konkrete Formate, echte Angebote.
6Wie Funzeln dir hilft, nicht zu den Verlierern zu gehören
Es gibt keine einfache Garantie – der Markt bleibt hart. Aber es gibt Hebel, die du nicht alles selbst bauen musst: Sichtbarkeit, Buchung, Zahlung, Kommunikation – alles Dinge, die Zeit fressen, wenn man sie neben dem Betrieb stemmt.
Funzeln ist die Erlebnisplattform für deutsche Weingüter: Menschen suchen bei uns nach Proben, Wanderungen, Events in der Region – und buchen, wenn Angebot und Slot stimmen. Du konzentrierst dich auf Gäste und Produkt; die Plattform übernimmt den digitalen Weg dorthin.
- Buchung ohne IT-Projekt
Slots, Kapazitäten, Preise – Gäste buchen direkt, du behältst den Überblick.
- Sichtbarkeit bei aktiver Suche
Entdeckerinnen und Entdecker finden Events nach Region und Interesse.
- Zahlung über Stripe Connect
Moderne Zahlungsabwicklung, weniger manueller Aufwand.
- Kommunikation gebündelt
Bestätigungen und Abläufe – weniger Koordination per Einzelmail.
- Einbettung in Branchenreports
Zahlen und Trends, die dir helfen, Prioritäten zu setzen.
Der Markt 2026 belohnt weniger das Warten – sondern das konsequente Öffnen eines buchbaren Erlebniskanals, bevor die Nachbarschaft denselben Schritt macht. Du musst kein Vollzeit-Marketer werden. Du musst den ersten Schritt gehen.
Werde Teil von Funzeln – mit klarem Erstschritt
Profil anlegen, ein Erlebnis definieren, buchbar machen. Registrierung ohne Monatsabo – Provision nur bei erfolgreicher Buchung.
Jetzt kostenlos registrierenQuellen & Nachweise
- Deutsches Weininstitut (DWI): Absatzanalyse 2024/2025 – Volumen und Umsatz Deutschland.
- Silicon Valley Bank: State of the Wine Industry Report 2026 – US-Weintrinkerzahlen.
- Katz Research Group / Brandeis University: Wine Consumer Tracking Study 2025 – Gen Z Frequenz.
- IWSR Bevtrac: Alcoholic Beverage Tracking Report 2025 – Kategorien pro Anlass.
- IWSR: No & Low / Konsumforschung 2025 – Gesundheit und Preissensibilität.
- Wine Intelligence: Germany Wine Landscape 2024 – Marktsegmente inkl. alkoholfreier Wein.
- ProWein Business Report 2024 / Hochschule Geisenheim – Digitalinvestitionen und Kompetenzbedarf.
- Wine Enthusiast / SVB: DTC Weinversand 2025.
- IWSR / Wine Intelligence: Consumer Attitudes Report 2024 – Marketing und jüngere Konsumenten.
- SVB / Lithica: Winery Tasting Room & DTC Report 2025 – Bestellwerte erlebnisorientierter Besuche.
- Funzeln: Branchenreport 2026 – Buchungsdynamik digital buchbarer Erlebnisse (Auswertungsfenster 2025/26).
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